Trinidad

13.11.2024 - 16.11.2024


Reise-Tagebuch:

13.11.2024, Mittwoch, Fahrt von Cienfuegos nach Trinidad

Der Abschied von Isa + Pepe ist traurig. Pepe ist triste, weil Trump irgendwelche „leyes“ aufgesetzt oder angedroht hat und seine Familie in den USA ist in Gefahr. Wir machen noch Abschiedsfotos und versprechen zu schreiben.



Der Taxifahrer bringt uns in einer 1,5-Stunden Fahrt nach Trinidad. Das ist in etwas die gleiche Strecke wie bereits nach El Nicho. Nicole ist vom Vortag bereits etwas verschnupft und Robin etwas heiser. Das letzte Stück bis zum Casa „El Destino“ gibt uns bereits einen ersten Eindruck von der schönen Innenstadt von Trinidad. Bunte Häuser + Kopfsteinpflaster. Auf einer ziemlich vermüllten Straße kommen wir dann am Casa an. Das Zimmer ist sehr geräumig und hat zwei große Betten. Von der Dachterrasse aus hat man einen guten Blick über die Stadt und zu den Gebäuden am zentralen Platz (Kathedrale + Turm). Wir laufen kurz durch die Stadt. Hier ist leider wieder extremst Anlaberei angesagt: „Amigo, where you’re from? Chänga Mony? Buy Cuban Cigars? Taxi?, Migo, migo, migo….“Ansonsten ist die Stadt wunderschön, wenngleich auch mit morbidem Charme. Wie alles in Kuba.

Wir verzichten auf Taxi und Pferdekutschentour und latschen durch die Straßen. Die Franken von El Nicho haben wir auch direkt wiedergetroffen. Aus einem Haus heraus wird Pizza verkauft. Nicole schlägt direkt zu → super lecker! Ruckzuck bildet sich an dem Laden eine Schlange, weil alle merken, wie gut es Nicole schmeckt. Nicole ist dann trotzdem von den Laber-Heinis und Bettlern genervt und legt sich im Casa hin. Da Robin eh noch eingecremt ist, macht er noch eine Foto-Tour durch die Gassen und sucht das Restaurant, das uns für heute Abend empfohlen wurde.

Ab 17:00 Uhr ist kein Strom mehr da. Die ganze Stadt ist stockdunkel. Wir machen uns mit Kopflampen auf zum Restaurant „San José“. Das hat glücklicherweise Strom vom eigenen Generator, da es sich um einen ziemlich schicken Laden handelt. Beim Reingehen werden wir erstmal gefragt, ob wir im Air-Conditioning-Bereich oder auf der Dachterrasse sitzen wollen. Was für eine Frage. Hier arbeiten mehr Leute als Gäste da sind. Eine schicke Tante mit Leggins und langen schwarzen Rastazöpfen geht mit uns auf die Dachterrasse. Romantisch! Es gibt Pizza! Leider ist Pizza Chorizo aus, weil Chorizo aus ist. Nicole nimmt Pizza Vegetales und Robin Pizza Campesino (mit „Ropa Vieja“ drauf). Beides super lecker und riesig. Kurz bevor wir mit der Pizza fertig sind, fängt es an zu regnen und wir müssen in den Air-conditioning-Bereich wechseln. Eiskalt! Und es müffelt nach schimmeliger Klimaanlage. Also ganz schnell aufgegessen und ab nach Hause.

Dort rennt mittlerweile auch ein Generator. Irre laut und es stinkt nach Benzin. Noch zwei Bier an der Bar im Casa (Unterhalten kaum möglich wegen dem Generator) und dann ins Bett. Um ca. 21:00 Uhr ist der Strom wieder da und in der Innenstadt geht die Party los („Casa Musica“). Schlafen erst mal nicht mehr möglich, da es bei geschlossenem Fensterladen zu stickig ist. Irgendwann ist die Kuba-Musik vorbei und weiter geht’s in der Cave-Disko. Beim nächsten Aufwachen ist es einigermaßen ruhig, jetzt fangen aber die Perros an zu bellen. Als sie aufhören, geht schon das erste Geflöte mit Trillerpfeifen der Bäcker und Obstverkäufer los: „Flöööööööt, Pan“ Sie fahren durch die Straßen um ihren Kram zu verkaufen. Jeder Verkäufer hat sein eigenes, individuelles Geflöte und eigenen Slogan. Gleichzeitig fangen die Hähne an zu krähen…..



14.11.2024, Donnerstag, Trinidad

Das Frühstück im Casa El Destino ist super! Die beiden von der „Bar“ geben sich alle Mühe!! Es gibt Toast, Brot, Erdbeermarmelade, Butter, Honig, Käse! Und „Queque“ Kekse, so eine Art Half-Baked-Lebkuchen, aber in lecker (und süß). Dazu noch Früchteteller und Saft. Was will man mehr?
Unser Guide für heute (Luis) holt uns mit einem blau-weißen Oldtimer ab (mit Fahrer). Wir fahren zunächst zum „Mirador del Valle“, einem Aussichtspunkt, von dem aus man das ganze „Valle de los Ingenios“ überblicken kann. Luis erklärt uns viele Dinge aus der Zeit des Zuckerrohranbaus und von den Zuckermühlen und Zuckerbaronen. Am Mirador ist gerade viel los (wir treffen auch die Franken wieder sowie unsere Casa-Nachbarn). Am Mirador kann man auch Zip-Lining machen. Luis fragt uns, ob wir spontan Lust dazu haben….NA KLAR!! Luis trägt unsere Taschen und bezahlt für uns mit kubanischer Kreditkarte ca. 1€ - für uns beide! Der Trail ist kurz, nur 4 Lines, aber es macht mächtig Spaß!

Wir fahren weiter bis zu einem Anwesen eines ehemaligen Zuckerbarons. Am Parkplatz probieren wir frischen Zuckerrohrsaft direkt aus der Presse – Lecker! Dann geht der Spießrutenlauf los durch die Spitzentischdecken-Verkäuferinnen zur Baron-Villa.Es gibt einen mehrstöckigen Aussichts-/Wachturm. Von dort aus wurden früher die Arbeiter auf den Zuckerrohrfeldern überwacht. Wir steigen über enge und steile Holztreppen komplett hoch. Einige Stufenbretter sind locker und nur notdürftig mit (umgebogenen) Nägeln fixiert. Auch einige Bodenbretter der einzelnen Etagen sind locker. Auf den obersten Ebenen sind die Aussichtsbereiche teils nur mit dünnen Gitterchen gesichert (und niedrig sind die auch noch). Einige Touris machen irre Fotos indem sie ihre Smartphones am gestreckten Arm und vornübergebeugt über das Geländer halten. Robin bekommt eine mittelschwere Höhenangstkrise. Der Abstieg ist zum Glück einfacher als gedacht. Trotz Gegenverkehrs. Unten lauern uns die Verkäuferinnen erneut auf und labern uns wieder an. Vielleicht sind wir ja „neue“ Touris… Wir besuchen die Villa des Zuckerbarons und es gibt einige Infos zu Zuckerrohr etc. Luis stochert in einem Erdloch rum, um eine Tarantel anzulocken, leider vergeblich. Im Eingangsbereich spielt noch eine Campesino-Band („Manacanabo“). Wir kaufen 'ne CD und machen Fotos von denen.

Zurück geht’s nach Trinidad, wo wir noch etwas durch die Altstadt latschen und Luis einige interessante Facts zur Geschichte der Stadt zum Besten gibt. Wir besuchen die Kathedrale und danach das „Romantik-Museum“, eine ehemalige Zuckerbaron-Villa. Es gibt beeindruckendes Mobiliar mit viel Pomp + Kitsch, unter anderem auch viel Porzellan-Tinnef. Zur damaligen Zeit aber sicherlich extremer Luxus… Wir trinken noch eine eiskalte Limo bei „Don Papa“? (oder war es Don Pepe?), einer Bar mit schönem Garten. Wir sind alle fertig (Luis auch) und dann setzt uns Luis vorm Casa wieder ab.

Da es irgendwie doch kein Mittagessen während der Tour gab, melden wir uns noch schnell im Casa zum Abendessen an. Schnell noch eine Packung Pañuelos auf der „Pizza-Straße“ gekauft und dann ins Bett zum Mittagsschlaf. Robin fängt mittlerweile auch an zu schniefen. Abends essen wir im Casa bei voller Generator-Lautstärke (wie immer ist kein Strom da).

Es bricht uns das Herz als der Kellner uns den Che Guevara Geldschein + auch die Münze als kleines „regalo“ überreicht. Daaaanke!!



15.11. 2024, Freitag, Trinidad

Heute geht’s zum Topes de Collante. Alejandro holt uns mit ‚nem Benzin-Taxi ab. Die Reservekanister (Plastik-Wasserflaschen) fallen im Kofferraum immer um. Am Mirador treffen wir alle Cuba-Buddy-Typen: Die Franken, die Vecinos vom Destino + die El Nicho-Typen. Toller Ausblick!
Weiter geht’s zum Kaffee-Bauern. Kaffee-Cup in Honig + Kaffee-Pulver tunken (Kaffeepulver-Rand) , dann Honig, Kaffee, 3 Tropfen Limette (nicht 5!) rein und dann mit Rum auffüllen. Ganz lecker, findet sogar Robin. Dann wird marschiert. Wir finden wieder den Tocororo und andere tolle Vögel. Unterwegs bekommen wir beim Bauern Kokosnuss. Der Abstieg zum Wasserfall ist tricky und beschwerlich. Wir freuen uns schon auf den Aufstieg – Nicht. Der Wasserfall ist beeindruckend + super erfrischend. Wir schwimmen dahinter. Als die Russen-Tussen kommen (Larissa & Co.) hauen wir ab. Der Aufstieg ist nicht so anstrengend wie erwartet. „Raw-Bite“ sei dank. Beim Kokosnuss-Mann laufen wir noch durch eine Cave. Dann gibt’s lecker Buffet. Robin mag das Grillfleisch. Endlich kann man sich mal so wenig nehmen wie man möchte + ist nicht so pappsatt.

Zurück in Trin-Town gehen wir noch mal in den T-Shirt Shop. Abends machen wir nix. Stromausfall + die Bar hat zu, weil keiner dort isst. Der Generator bleibt aus. Schade – aber wir sind beide krank. Schnief!
Als nachts die Party losgeht (sobald Strom da ist?) haben wir schon eine Mütze Schlaf intus. „Pan! El Pan!“. Wuff. Kikeriki.

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